Front zur Verteidigung Amazoniens
Das Projekt « Stärkung der Abteilung « Kommunikation und Geschäftsführung » der Front zur Verteidigung Amazoniens »
1. Projektbegründung :.
... « In den 40 Jahren Erdölförderung praktizierten die Ölfirmen eine paternalistische Politik ohne Rücksicht auf die sozioökonomische und kulturelle Organisation der lokalen Gemeinschaften. Als Folge davon sind quasi alle lokalen Gemeinschaften in eine strukturelle Abhängigkeit von den Ölfirmen geraten. Deren Politik des « Teile und herrsche », der Nichtbeachtung der Gesetze, der Geschenke und der Zerstörung der Lebensräume und heiligen Orte führte zu einer Fehlentwicklung des gesellschaftlichen Zusammenlebens und dem Verlust der Vision eines menschlichen Fortschritts. Die Gemeinden haben den Kurs für eine weitere gemeinsame Entwicklung und gemeinsame Lösungen verloren, und jede kämpft für sich allein, ohne mit den anderen zu kommunizieren. Zudem sind in diesem Prozeß die traditionellen kulturellen Kodizes nachbarschaftlicher Beziehungen und Organisationsformen, die auf Gegenseitigkeit basieren, verloren gegangen.
Dazu muß man den Einfluß der Massenmedien in Rechnung ziehen, die die Sichtweise der herrschenden Eliten transportieren und Verhaltensweisen, die unserer Realität fremd sind. Ihre Botschaften entstellen die Handlungen und Hoffnungen der sozialen Sektoren und erschaffen künstliche Bedürfnisse. Die Gruppen, die am meisten davon betroffen sind, sind die indigenen Gemeinschaften, Jugendliche, Kinder und Frauen, da sie am empfänglichsten sind, sich unbewußt Aufgenommenes als Eigenes anzueignen.
Diese Realität kann man ändern durch partizipative Prozesse und unter Berücksichtigung der eigenen kulurellen Werte, und dafür bedarf es der Anwendung dergleichen technolo-gischen Werkzeuge, aber unter einer sozialen und nicht ökonomischen Perspektive. ...
Diese lebensnahere Kommunikation sollte verstanden werden als eine gemeinschaftliche Interaktion, wie sie sich im alltäglichen Leben auf der Straße, am Fluß, auf dem Sportplatz und bei den täglichen Zusammenkünften ereignet. Dies sind die Räume, die es zu stärken und mit Informationen anzureichern gilt, und dabei ist es wichtig, auf unsere traditionellen Informationsmittel zurückzugreifen wie Flug- und Faltblätter, aber auch Radiosendungen, die bereits Teil unseres Lebens und unserer Normen geworden sind.
Dies ist die Logik, nach der die Frente mit den lokalen Gemeinschaften arbeiten will, und setzt dabei direkt auf die lokalen Führer.
2. Das Ziel des Projektes :
Ziel des Projektes ist die Verbesserung der wechselseitigen Kommunikation zwischen der Frente und den sozialen Organisationen, die ihre Basis in den Provinzen Sucumbios und Orellana darstellen.
Es gibt 3 Arbeitsbereiche :
- Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren, die von der Basis ausgewählt sind,
- Aufbau einer technischen Abteilung «Kommunikation», die Printmaterialien, Radio- und Filme herstellen oder überarbeiten kann,
- Herstellung von Bildungsmaterialien, die die Mitarbeiter der Frente bei ihren Besuchen der Basisorganisationen einsetzen können.
Erläuterung :
Aus dem Kreis der lokalen Führer der Basisorganisationen werden 15 Personen von der Basis ausgesucht, die als « soziale Kommunikatoren » aus- und fortgebildet werden. Mithilfe einer technischen Basisausstattung sollen sie Geschick und Fähigkeit entwickeln, handwerklich gut gemachte klare und präzise Botschaften herzustellen und zu vermitteln, die bei ihren Besuchen vor Ort direkt mitgeteilt werden. Bei diesen Besuchen vor Ort werden umgekehrt alle nötigen Informationen gesammelt und dann später systematisiert und aufgearbeitet, so daß so die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Gemeinschaften gestärkt werden ; so können die Gemeinschaften wieder alternative Entwicklungsoptionen entwerfen. Dieser Prozeß an sich stärkt automatisch die Frente, denn die lokalen Gemeinschaften und sozialen Organisationen sind ihre Basis. Die Aus- und Fortbildung der lokalen Führer, die technische Basisausstattung und die Produktion von Medien sind daher von vitaler Bedeutung für die Frente.
3. Aktivitäten :
- Erstellen eines Ausbildungsplans für die «sozialen Kommunikatoren»
- Aufbau eines technischen Teams mit 3 Personen
- Auswahl von 15 «sozialen Kommunikatoren» für die Ausbildung aus der Reihe der Führer der indigenen Gemeinschaften und sozialen Organisationen, die die Basis der FDA bilden,
- Durchführung monatlicher Ausbildungs-Workshops (Ziel : Befähigung, mit audio- visuellen Techniken umzugehen)
- Herstellung monatlicher Kommunikationsmaterialien (wie Flugblätter, Folder, Aushänge etc.)
- regelmäßige Besuche bei den lokalen Gemeinschaften
- Organisation von Pressekonferenzen, Seminaren etc., um u.a. die Arbeit der Frente der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Laufzeit : 1 Jahr
Projektleiter : Ermel Chavez (Präsident der FDA)




