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Indigene Voelker in Amazonien

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Agro-Treibstoffe

Die 1. Renewables-Konferenz in Bonn 2004 stellte einen internationalen Durchbruch für die Abkehr von fossilen hin zu erneuerbaren Energien dar. In der allgemeinen Euphorie gingen jedoch kritische Töne der teilnehmenden indigenen VertreterInnen unter.
„Die Industriestaaten sind verpflichtet, ihren hohen Konsum von fossilen Energieträgern
verbindlich zu mindern, der die Hauptquelle der Erderwärmung darstellt.
Die Staaten müssen sicherstellen, dass der Ausbau von alternativen Technologien nicht zur Ausweitung der Armut unter den indigenen Völkern führt und eine neue Form der Kolonisie-rung unserer Territorien bedeutet. Die Staaten müssen beim Ausbau der erneuerbaren E-nergien die Rechte der indigenen Völker wahren, wie sie in der Übereinkunft 169 der ILO über indigene Völker enthalten sind sowie in anderen internationalen Umwelt- und
Menschenrechtsinstrumenten und im Entwurf der UN-Erklärung über die Rechte der indige-nen Völker, besonders bezogen auf die freie und vorherige informierte Zustimmung.“
(Deklaration der indigenen VertreterInnen bei der Renewables-Konferenz 2004)
Beim Ausbau der erneuerbaren Energien besteht die kurz- bis mittelfristige Lösung für die EU wie auch für die Schweiz in der Beimischung von 5-10 Prozent „Biotreibstoff“ zu den handelsüblichen Sorten.
Das Potential zur Herstellung von (subventionierten oder abgabebefreiten) Biotreibstoffen in den europäischen Ländern ist begrenzt. Der Bedarf kann dementsprechend nur teilweise über die Inlandsproduktion, bzw. den landwirtschaftlichen Anbau von „Energiepflanzen“ gedeckt werden. Die zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele notwendige Menge an „Biotreibstoffen“ muss deshalb durch „billigere“ Importe gedeckt werden – vor allem aus dem asiatischen und südamerikanischen Raum. Jedoch führt der Anbau, die Verarbeitung und der Export der „Biotreibstoffe“ zu erheblichen sozialen und ökologischen Belastungen, z.B. bei Anbau, Ernte und Verarbeitung von Zuckerrohr in Brasilien.
Für Schwellen- und Entwicklungsländer stellt der Export von „Biotreibstoffen“ in erster Linie ein großes wirtschaftliches Potential dar. Der „Hunger“ Europas nach erneuerbaren Treib-stoffen heizt die Nachfrage nach sehr energiehaltigen Pflanzen (z.B. Palmöl oder Soja) an und führt zu einem Anstieg der Marktpreise. Eine der Konsequenzen ist die Verdrängung des landwirtschaftlichen Nahrungsmittelanbaus in bislang ungenutzten Gebieten und die damit einhergehende starke Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Der Druck auf die (primären) Regenwälder steigt und führt zu einem Verlust an biologischer Vielfalt.
Für die indigenen Partner im Klima-Bündnis spielen auch die mit der Ausdehnung der Mo-nokulturen verbundenen sozialen/gesellschaftlichen Folgen eine wichtige Rolle: Während die Regierungen die Schaffung von Arbeitsplätzen und die ökonomische Entwicklung als positiven Faktor in den Vordergrund stellen, ist der Anbau von Energiepflanzen mit Vertrei-bungen der ansässigen indigenen und afroamerikanischen Gesellschaften verknüpft. Plan-tagen bedeuten eine Bedrohung der Landrechte von Kleinbauern und indigenen Gemeinden.

Während der internationalen Konferenz des Klima-Bündnis in Zürich 2007 wurde ein Workshop zu diesem Themenbereich veranstaltet. Informationen dazu finden Sie hier (Workshop II: Biotreibstoffe für Europa – Klimaschutz auf Kosten indigener Völker?)

Resisebericht von Johann Kandler vom Klimabündnis Österreich zur Situation der Agrotreibstoffe in Brasilien.