Schatzkammer Regenwald: Das Amazonasgebiet auf einen Blick



Das Amazonasgebiet schlägt alle Superlative.


Das Amazonasbecken mit fast 7,9 Mio. km² ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt – der Amazonas, der dieser Region seinen Namen gibt – mit einer Länge von fast 6.500 km der längste Fluss der Erde.

 

Zum Vergleich: Europa mit seinen 27 Mitgliedsstaaten umfasst gerade mal eine Fläche von 4,3 Mio. km². Das gewaltige Flusssystem kennt keine Grenzen – Das Gebiet umfasst neun Länder: Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam und Französisch-Guyana. Die Mehrzahl der auf der Erde vorkommenden Tier- und Pflanzenarten haben hier ihren Lebensraum. Amazonien ist die Heimat von über 450 indigenen Völkern, die unterschiedlichen Sprachfamilien und Kulturen angehören. Gemeinsam ist ihnen als grundlegendes Merkmal ihres Lebens eine schonende „Wirtschaftsweise“ mit dem, was der Regenwald hervorbringt, und ein tiefer Respekt vor dem Lebensraum Wald.


Der tropische Regenwald mit seiner unglaublichen biologischen Vielfalt ist ein komplexes System, das sich selbst im Gleichgewicht hält. Durch die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Pflanzen und Tiere, können äußere Eingriffe und Störungen ausgeglichen werden. Dieses Stabilisierungsvermögen ist allerdings begrenzt… 



Ökosystem Amazonien

Die optimalen klimatischen Bedingungen im Ökosystem Amazonien haben zu einer hohen Artenvielfalt geführt. Allein die Flora zählt über 45.000 Arten. Auf einer Fläche von 200 qkm zählte man 500 Baumarten und über 93.000 einzelne Pflanzen. Es haben sich ganz unterschiedliche Anpassungsmerkmale entwickelt, um die Bedingungen optimal zu nutzen.

 

Man spricht im Amazonasgebiet von einem Tageszeitenklima, d.h. der Unterschied der Tages- und Nachttemperaturen ist höher, als der Unterschied zwischen dem kältesten und dem wärmsten Monat des Jahres. Zum Teil spricht man von den "Jahreszeiten des Hochwassers und des Nicht-Hochwassers". Die Wasserspiegelschwankungen betragen bis zu 15m. Manche Bäume stehen zeitweise bis zu den Wipfeln unter Wasser. Aus diesen Bedingungen heraus haben sich unterschiedliche Regenwaldtypen herausgebildet, die sich jeweils ihren Bedingungen angepasst haben.

 

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen dem Terra firme (klassischer tropischer immergrüner Tieflandregenwald), dem Campina-Wald (besonders nährstoffarme Böden) und den Várzea und Igapó (trop. Immergrüne Überschwemmungswälder). Insgesamt schätzt man die Vielfalt der Bäume auf 3000 Arten (Mitteleuropäische Wälder beherbergen ca. 50 Baumarten).