COICA - Dachverband der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens


Um ihr Überleben zu sichern, fordern indigene Völker die Anerkennung und Durchsetzung grundlegender Rechte. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der Anerkennung ihrer Landtitel zu.

 

Seit den 1960er Jahren formiert sich indigener Widerstand, um gegen Diskriminierung, die Zerstörung ihres Lebensraums und für ihre Rechte auch politisch aktiv zu werden. Die COICA ist der Dachverband der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens.
Mitglieder sind die jeweiligen indigenen Nationalorganisationen der neun Amazonasanrainer: Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam und Französisch-Guyana.


Als Dachverband bündelt er ihre Forderung und Interessen.  Auf den Berliner Amazonientagen 1989 entsteht die erste Idee zu einem Bündnis zwischen Amazonas-Indianern und europäischen Städten zum Schutz der Erdatmosphäre. Im Jahr darauf kommen Delegierte von indigenen Organisationen aus Amazonien mit StädtevertreterInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Organisationen und Institutionen zu einem Treffen in Frankfurt am Main zusammen. Sie verabschieden das „Manifest europäischer Städte zum Bündnis mit den Indianervölkern Amazoniens“. Das Klima-Bündnis ist gegründet! Mitgliedskommunen des Klima-Bündnis gehen Partnerschaften mit indigenen Gemeinden ein, unterstützen Projekte und die politische Arbeit der Organisationen. 

 

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Informationen zu den Themen, Struktur, Geschichte sowie dem Vorstand der COICA finden Sie hier.

 




Veranstaltung der COICA auf der Klimakonferenz in Doha, Katar 2012 (COP 18), u.a. anderem mit Roberto Espinosa, COICA (1. v. l.) und Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis e.V. (1. v. r.)

 

„[...] Die Wälder und die Territorien der Völker Amazoniens sind Schutzräume des Lebens und stellen effektive Barrieren für den Raubbau dar. Eine Veränderung in der Gesetzgebung und innerhalb der öffentlichen Politik sind unerlässlich, um die
Demarkierung der indigenen Territorien amazonischer Völker und ihrer kollektiven Berechtigung als Völker zu gewährleisten, wie auch um unsere von der Vermarktung der Natur abweichenden Strategie des „vollen Lebens“ (vida plena) zu stärken, anstatt dieselbe anzugreifen oder zu übergehen. Dies ist eine wirkungsvolle Strategie zur Reduzierung der globalen Erwärmung und zur Wiederherstellung eines harmonischen Gleichgewichts mit Mutter Erde, welches wir über Jahrtausende aufrechterhielten.[...]“


(Auszug aus dem Mandat von Manaus, 2011)



Große Amazonien Konferenz der COICA - Mandat von Manaus



Von links nach rechts: Marcos Apurina, Präsident der COIAB (Brasilien), Edwin Vásquez, Koordinator der COICA

1. Regionaler Gipfel Amazoniens zu traditionellem Wissen, Völkern und zur Vielfalt des Lebens in Harmonie mit den Wäldern

 

Vom 15.-18. August 2011 hat die COICA in enger Zusammenarbeit mit der brasilianischen indigenen Organisation COIAB den 1. Regionalen Gipfel Amazoniens durchgeführt. Der Titel der Konferenz lautete: „Traditionelles Wissen, indigene Völker und Leben in Eintracht mit den Wäldern“. Hinter diesem langen Titel verbirgt sich die politische Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen in Amazonien, die das Leben der indigenen Völker bedrohen. Neben den bestehenden Themen wie illegaler Holzeinschlag, das Vordringen der intensiven Landwirtschaft, Erdölförderung, Abbau von Gold und anderen Ressourcen, verschärfen neue Probleme die Situation in der Region. Dazu gehören große Infrastrukturprogramme teilweise länderübergreifend, sowie der Ausbau von Flächen für Agrotreibstoffe aus Palmöl oder Zuckerrohr.

 

Ein weiteres Thema, dass die indigenen Gemeinden und Organisationen beschäftigt, ist die Diskussion um REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation), ein Instrumentarium aus der internationalen Klimadiskussion, dass die Emissionen aus der Waldzerstörung reduzieren soll.

 

Zu diesen Themen, die indigene Territorien und ihre international anerkannten Rechte verletzen, wurden Beschlüsse und Vorgaben vereinbart. Diese dienen als Grundlage für die Teilnahme an den nächsten internationalen Konferenzen. Im Blickpunkt stehen vor allem die nächste Klimakonferenz in Durban Ende 2011, die Konferenz zur Biodiversität 2012 und die große Rio+20-Konferenz im nächsten Jahr.

 

„Wir sind Völker ohne Besitzer, genau wie das Leben“ Mandat von Manaus: Indigene Völker aktiv für das Leben



Agenda Indígena Amazónica (AIA)

Gegenwärtig dient die "Indigene Agenda für Amazonien" (AIA) als strategisches Leitbild für den Kampf um indigene Rechte. Sie definiert die Ziele der indigenen Völker und wurde von den verschiedenen indigenen Völkern und Organisationen des Amazonasbeckens entworfen. Sie ist das Ergebnis verschiedener Resolutionen des 6. COICA-Kongress, die während der 10. Sitzung des Koordinationsrates sowie der 14. Sitzung des Direktionsrates der COICA ratifiziert wurden.

 

Im Rahmen dieser Agenda werden die wichtigsten Aktivitäten und Schritte geplant, die auch als Grundlage für die internationale Kooperation und der staatliche Zusammenarbeit dienen soll. Die Nationalstaaten, multilaterale Organisationen, lokale Regierungen, NRO und andere tragen zu ihrer Implementierung bei.

Die Hauptziele sind eine eigene Politik der indigenen Völker im Amazonastiefland zu schaffen, indem gemeinsame Ziele identifiziert und gefestigt werden, wie auch Aktionen für eine nachhaltige Entwicklung im sozialen, ökologischen und ökonomischen Umfeld durchgeführt werden sollen.

 

Hier finden Sie die fünf strategischen Ziele der AIA.