Guyana: Die Vereinigung der amerindianischen Völker Guyanas (APA)



Quelle: stock.xchng

In Guyana leben etwa 7.000 Wapishana, 15.000 Arawak, 5.000 Akawaio, 5.000 Patamona, 7.000 Makushi und um die 200 Waiwai. Die Mehrzahl lebt in Völkern in den Küstenregionen, andere wiederum im Landesinneren. Die Völker, die entlang der Küste leben sind: die Caribe, Awarak und Warao. Es gibt sieben Stämme, die sich im Landesinneren aufhalten: Akawaio, Arekuna, Barima River Caribe, Macusi, Patamona, Waiwai, und Wapisiana.

 

Zwar war die Anerkennung indigener Territorien eine der Bedingungen, mit der die ehemals britische Kolonie 1966 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, sie wurde aber bislang kaum erfüllt. Von den 111.000 km², die von den indigenen Völkern beansprucht werden, sind nur für ungefähr 16.000 km² Landtitel vergeben worden. Die indigene Bevölkerung ist vor allem durch die Vergabe von Konzessionen zum Holzeinschlag und der Ausbeutung der Bodenschätze an multinationale Unternehmen gefährdet. Hierbei schreckte die Regierung bislang nicht davor zurück unberührte Waldgebiete mit hoher biologischer Vielfalt zur wirtschaftlichen Nutzung freizugeben, obwohl diese zur Einrichtung von Nationalparks vorgesehen waren. Da der Staat alle unter der Erdoberfläche liegenden Rohstoffe als sein Eigentum betrachtet, wird den betroffenen Gemeinschaften kein Mitspracherecht bei der Konzessionsvergabe eingeräumt. Häufig kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

 

Die Vereinigung der amerindianischen Völker Guyanas (APA) fordert, dass zunächst die Fragen der indigenen Landansprüche geklärt werden und die Demarkierung der indigenen Territorien abgeschlossen sein muss, bevor Konzessionen vergeben werden können. Die bestehende Praxis der Regierung wird als Verletzung der Menschenrechte der indigenen Bevölkerung, als Gefährdung ihrer kulturellen Integrität und Überlebensmöglichkeiten angesehen.

 

 

Text aktualisiert: Maryhen Jiménez (April 2010)