Peru: Die indigene Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald (AIDESEP)



Quelle: Klima-Bündnis

In Peru leben laut der letzten Volkszählung (INEI) 1.786 indigene Gemeinschaften. Die größten indigenen Völker Perus sind die im Hochland lebenden Aymara und Quechua. Im Amazonasgebiet leben etwa 65 verschiedene indigene Völker mit über 300.000 Menschen. Jedes Volk hat seine eigene Sprache, sowie Traditionen Kultur und Lebensphilosophien.

 

Obwohl Peru die Konvention Nr. 169 der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) unterzeichnet hat, unternahm die Regierung unter Präsident Fujimori Schritte in die entgegengesetzte Richtung. Zwar haben die indigenen Völker das Recht, mit den Unternehmen, die Bodenschätze auf ihren Gebieten abbauen wollen, zu verhandeln. In Zweifelsfällen entscheidet jedoch die Regierung. Neben den Auseinandersetzungen mit Erdöl- und Bergbaukonzernen waren Indigene auch Leidtragende des Krieges zwischen der maoistischen Untergrundbewegung des "Leuchtenden Pfad" und der Armee. Insbesondere gibt es im peruanischen Amazonas zahlreiche Erdöl-, Erdgas- und Holzvorkommen sowie Mineralerze.

 

Die jetzige Regierung des sozialdemokratischen Präsidenten, Alan García, beabsichtigt die Ansiedlung von multinationalen Unternehmen, u. a auch Ölfirmen, in den Territorien der indigenen Bevölkerung. Untermauert wurde dieses Vorgehen durch neu erlassene Dekrete. Somit würde die Heimat von seltenen Tier- und Pflanzenarten sowie der Lebensraum der indigenen Völker zerstört.

2009 protestierten Indigene gegen die Gesetzesdekrete, die die Enteignung ihres Landes und die Zerstörung des Regenwaldes durch die Erdölförderung rechtlich zulässt. Sie fordern ihr Recht auf eine eigenständige und nachhaltige Entwicklung.

Ihre Forderungen untermauerten sie mit Blockaden von Straßen und Flüssen und dem Besetzen von Förderstationen von Erdöl- und Erdgasleitungen. Die Regierung erklärte daraufhin für mehrere Gebiete den Ausnahmezustand. Durch die Intervention des Militärs sollten die Blockaden gewaltsam unterbunden werden. Bei Protesten kamen zwischen 30 und 50 Menschen ums Leben.

 

In der indigenen Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald (AIDESEP), die im Jahre 1980 gegründet wurde, sind 53 regionale und lokale Organisationen des Amazonasgebietes zusammengeschlossen. Sie vertritt über 1340 Gemeinden und damit 350.000 Indigene der Region. AIDESEP setzt sich auf der nationalen Ebene für indigene Rechte und die Anerkennung von Territorien ein. Zu ihren Zielen gehört:

  • Vertretung der Interessen aller indigenen Völker Amazoniens
  • Bewahrung und Entwicklung der kulturellen Identität, ihrer Territorien und der Werte jeden indigenen Volkes im Amazonasgebiet
  • Stärkung der Selbstbestimmung der indigenen Völker im Rahmen des peruanischen und internationalen Rechts
  • Festigung der menschlichen und nachhaltigen Entwicklung

 

Text aktualisiert: Maryhen Jiménez (April 2010)