Venezuela: Die Organisation der indigenen Völker im Amazonas (ORPIA)



Quelle: stock.xchng

In Venezuela leben nach der Volkszählung von 2001 33 verschiedene indigene Völker mit insgesamt über 536.000 Menschen. Diese machen 2,3 % der venezolanischen Bevölkerung aus. Die meisten Indigene Venezuelas leben in ländlichen und tropischen Gebieten im Nordosten des Landes, insbesondere im Orinoco-Delta, im südlichen Bundesstaat Bolívar an der Grenze zu Guyana und Brasilien, im Amazonasgebiet, sowie im Südwesten des Landes im Bundesstaat Apure und im Nordwesten im Bundesstaat Zulia. Der größte Teil der venezolanischen indigenen Bevölkerung lebt in sogenannten Umweltschutzzonen (ABRAE = Area Bajo Régimen de Administración Especial). Hierbei handelt es sich um Nationalparks, Waldschutzgebiete, Naturdenkmäler, Schutzzonen, Biosphärenreservate etc. Diese wurden zum Teil als Weltnaturerbe klassifiziert und zum Schutz der Biodiversität unter besondere Verwaltung gestellt. Zu den zahlenmäßig größten Völker zählen die Piaroa, Warao, Yukpa, Yanomami, Barí, Pemó, Wayúu, Makiritare, Panare, Pumé, Wayúu, und die Kari'ña.

 

Die Rechtsgrundlage der indigenen Völker hat sich durch die Verfassungsänderung von 1999 maßgeblich zu deren Gunsten verändert. Sie stärkt umfassend die Rechte der indigenen Bevölkerung und gibt ihnen eine aktive und gestaltende Rolle im Land. Die Verfassung setzt die nötige und rechtmäßige Grundlage für das Fortbestehen der indigenen Gemeinschaften. Ebenso erkennt die venezolanische Verfassung die Existenz der indigenen Völker und Gemeinschaften, ihre soziale, politische und wirtschaftliche Organisation, ihre kulturellen und religiösen Bräuche, sowie ihre Sprachen und ihren Lebensraum an. Das Recht auf kollektives Eigentum an ihrem Land ist ebenfalls gewährleistet. Die indigenen Sprachen sind ebenfalls Amtssprachen für die Indigenen und müssen im gesamten Territorium der Republik respektiert werden, da sie einen kulturellen Reichtum der Nation und der Menschheit darstellen.

 Den indigenen Völkern werden ebenfalls eine aktive politische Partizipation und die Vertretung ihrerseits im Parlamentspräsidium gewährt.

 

Die Organisation der indigenen Völker im Amazonas (Organización de Pueblos Indígenas en el Amazonas - ORPIA) vertritt seit ihrem Gründungsjahr, 1993, die Interessen und Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung Venezuelas im Amazonas.

Ziel der Organisation ist u.a. die Identität der indigenen Völker zu wahren und ihre Ideale zu verwirklichen. ORPIA setzt sich konkret durch Aktionspläne in den Bereichen Bildung Wissenschaft und Technologie, Umweltschutz, Menschenrechte und Gesundheit im Sinne der indigenen Völker ein. 

 

Fallbeispiel Venezuela: Erdöl und indigene Völker

 

Text aktualisiert: Maryhen Jiménez (Oktober 2010)