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Indigene Voelker in Amazonien

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Agenda Indígena Amazónica (AIA)

Gegenwärtig dient die "Indigene Agenda für Amazonien" (AIA) als strategisches Leitbild für den Kampf um indigene Rechte. Sie definiert die Ziele der indigenen Völker und wurde von den verschiedenen indigenen Völkern und Organisationen des Amazonasbeckens entworfen. Sie ist das Ergebnis verschiedener Resolutionen des 6. COICA-Kongress, die während der 10. Sitzung des Koordinationsrates sowie der 14. Sitzung des Direktionsrates der COICA ratifiziert wurden.

Im Rahmen dieser Agenda werden die wichtigsten Aktivitäten und Schritte geplant, die auch als Grundlage für die internationale Kooperation und der staatliche Zusammenarbeit dienen soll. Die Nationalstaaten, multilaterale Organisationen, lokale Regierungen, NRO und andere tragen zu ihrer Implementierung bei.

Die Hauptziele sind eine eigene Politik der indigenen Völker im Amazonastiefland zu schaffen, indem gemeinsame Ziele identifiziert und gefestigt werden, wie auch Aktionen für eine nachhaltige Entwicklung im sozialen, ökologischen und ökonomischen Umfeld durchgeführt werden sollen.

Mittels Beziehungen zu den Regierungen der Amazonasregion und Kooperationsorganisationen definieren die Organisationen die Implementierung einer Politik im Amazonastiefland, die ihre eigenen Interessen in den Ländern berücksichtigt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gründung konkreter Initiativen, um das Wohlergehen der Völker zu fördern. Hierfür werden zwischen den indigenen Völkern und Regierungen Vereinbarungen zur Nachhaltigkeit im Amazonastiefland und der Zukunft der indigenen Völker getroffen.

 

Die "Indigene Amazonas-Agenda" umfaßt fünf strategische Linien:

1. Soziale Nachhaltigkeit

Die indigenen Völker Amazoniens haben Wirtschaftsweisen entwickelt, die die natürliche Umwelt respektieren und nachhaltig die natürlichen Ressourcen nutzen. Sie versuchen ein Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch aufrecht zu erhalten, um die Zukunft der Menschheit zu sichern. Verschiedene Initiativen und Projekte der indigenen Völker und Organisationen bieten ökonomische Alternativen, die die Unabhängigkeit der Gemeinschaften sichern.

2. Territorien und natürliche Ressourcen

Die territoriale Sicherheit ist die fundamentale Voraussetzung, welche die Identität der indigenen Völker garantiert. Das Land / Territorium wird seit Jahrhunderten von den indigenen Völkern bewohnt und nachhaltig genutzt.

Neben dem Landbesitz ermöglichen die umsichtige Kontrolle und Verwaltung der natürlichen Ressourcen eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die indigenen Völker. Die natürlichen Ressourcen müssen in jedem der Länder, in denen Indigene leben, auch zu deren Nutzen sein.

3. Angemessenes Rechtssystem

Die juristische Vielfalt ist eine unumstößliche Tatsache der verschiedenen indigenen Völker. Die Bestätigung, die Entwicklung und der Gebrauch eigener Rechtsprechung sind ein wichtiger Ausdruck von Autonomie und der Ausübung der Rechte. Für die COICA sind indigene Rechte eine wichtiger Ausdruck der Autonomie der indigenen Völker. Die Stärkung und die Anwendung eigener Rechtssysteme bedeutet die Anerkennung indigener Rechtsvorstellungen. Neue Gesetze und juristische Instrumente sowie ihre entsprechende Anwendung auf nationaler und internationaler Ebene sind zu garantieren.

4. Stärkung traditionellen Wissens und Organisationsstrukturen

Die indigenen Völker haben im Laufe der Jahrhunderte komplexe Gesellschaftsstrukturen entwickelt, die bis in die Gegenwart anhalten. Es beruht auf dem Prinzip der Partizipation, welches durch die Gemeinde, ihre Instanzen und traditionellen Autoritäten kontrolliert wird.

Diese Strukturen wurden im Laufe der Kolonialisierung stark in Mitleidenschaft gezogen. Die indigenen Organisationen versuchen das kollektive Wissen und die traditionellen Strukturen der verschiedenen Völker zu stärken. In einem internen Prozess werden diese Strukturen an die aktuelle Lebenssituation angepasst und weiterentwickelt.

5. Akademische und wissenschaftliche Bildung

Zum Fortbestehen der indigenen Völker ist es besonders wichtig das eigene traditionelle Wissen zu erhalten, aber auch einen Austausch mit anderen Völkern und Teilen der Bevölkerung auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern.

Mittlerweile gibt es viele Indigene, die eine wissenschaftliche Laufbahn abgeschlossen haben und die indigenen Organisationen mit ihrem erlangten Wissen unterstützen.

Zudem sind in einigen Ländern Lateinamerikas indigene Unversitäten entstanden oder es werden spezielle Studiengänge angeboten, die sich u.a. mit indigenen Rechten und Landfragen auseinandersetzen.