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Indigene Voelker in Amazonien

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Die Geschichte der COICA

Am 16. März 1984 kamen Vertreter fünf nationaler Organisationen der Amazonasindianer aus Peru (AIDESEP), Brasilien (UNI), Ecuador (CONFENIAE), Bolivien (CIDOB) und Kolumbien (ONIC) in Lima zusammen, um über die Menschenrechtssituation indigener Völker und die schwerwiegenden Probleme der Übereignung von indigenen Ländereien an agro-industrielle Unternehmen, Holzfirmen, Erdöl- und Bergbaugesellschaften durch die jeweiligen Regierungen zu diskutieren.

Man entschied, sich gegenseitig im Kampf um die Anerkennung indigener Landrechte und das Überleben der eigenen Kulturen zu unterstützen, und rief die COICA ins Leben. Evaristo Nungkuag Ikanan, Vertreter der peruanischen nationalen Organisation AIDESEP und Angehöriger des indigenen Volkes Aguaruna, wurde zum ersten Präsidenten des neugegründeten Dachverbandes gewählt und übernahm dieses Amt im Zeitraum zwischen 1984-1992.

Der Gründung der COICA war bereits ein längerer Organisationsprozess der indigenen Gemeinschaften auf nationaler, lokaler und regionaler Ebene vorausgegangen. Die indigenen Völker bedienten sich unterschiedlicher Organisationsformen, um ihrem Protest gegen diese Entwicklung Ausdruck zu verleihen. In Föderationen, Indianerräten und Vereinigungen begannen sie, ihre Territorien und ihre Lebensweise gegenüber fremden Zugriffen zu verteidigen. Den Anfang machte die Föderation der Shuar-Zentren (FICSH), die 1965 im östlichen Tiefland Ecuadors gegründet wurde und bald Vorbild für eine ganze Reihe ähnlicher Basisorganisationen war, die sich Anfang der siebziger Jahre im Amazonasgebiet bildeten. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre entstanden in den einzelnen Ländern Zusammenschlüsse von solchen Basisorganisationen. Es handelt sich um Zusammenschlüsse von lokalen und regionalen Basisorganisationen, die meist von staatlicher Seite als Rechtsperson anerkannt sind und sich als autonom im Sinne einer parteipolitischen Unabhängigkeit verstehen. Darüber hinaus verfolgen sie die gleichen politischen Ziele: Landsicherung, Selbstbestimmung, den Aufbau eigener Erziehungs- und Bildungsprogramme sowie die Förderung einer selbstbestimmten wirtschaftlichen Entwicklung.
Die COICA ist somit ein weiterer, wichtiger Schritt im Prozess der Selbstorganisation der indigenen Völker Amazoniens. Ihr Wirkungsfeld liegt vor allem auf der internationalen Ebene. Nach ihrem Selbstverständnis ist die COICA die internationale Koordinierungsinstanz für ihre Mitgliedsorganisationen, deren Tätigkeit allen indigenen Völker Amazoniens zugute kommen soll. Seit dem IV. Kongress in Manaus/Brasilien im Jahre 1992 gehören der COICA folgende nationale Indigenenorganisationen aller 9 Amazonasstaaten an:

  • Vereinigung der amerindianischen Völker Guyanas (APA)
  • Organisation der Indianervölker Surinams (OIS)
  • Föderation der Amerindianischen Organisationen von Französisch Guayana (FOAG)
  • Nationale Indianerrat Venezuelas (CONIVE)
  • Koordination der Indigenenorganisationen des brasilianischen Amazonasgebietes (COIAB)
  • Interethnische Vereinigung zur Entwicklung des peruanischen Waldes (AIDESEP)
  • Konföderation der indigenen Nationalitäten des ecuadorianischen Amazonasgebietes (CONFENIAE)
  • Organisation der indigenen Völker des kolumbianischen Amazonasgebietes (OPIAC)
  • Konföderation der indigenen Völker Boliviens (CIDOB)