Kooperation auf europäischer Ebene
Langfristige regionale Partnerschaft
Mitgliedsgemeinden in Österreich arbeiten seit 1993 eng mit der FOIRN (Organisation der indigenen Völker des oberen Rio Negro) zusammen und unterstützen mehrere indigene Gemeinden am oberen Rio Negro im Nordwesten Brasiliens. Ein erster großer und wichtiger Erfolg dieser Partnerschaft ist die staatliche Anerkennung der indigenen Gebiete des Rio Negro. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das kulturelle Überleben der dort lebenden indigenen Völker. Es ist zugleich ein Beitrag zum Schutz der Regenwälder und damit zum Klimaschutz. Seit Beginn der Partnerschaft haben österreichische Gemeinden insgesamt fast 2 Millionen Euro aufgebracht. Weitere Aktionen, die durch diese Partnerschaft ermöglicht wurden, sind die Anschaffung eines Gemeinschaftsbootes, die Installation eines solarbetriebenen Sprechfunknetzes und der Aufbau von Fischzuchtstationen.
Kontakt: Johann Kandler
Sicherung von Landrechten
Die Nord-Süd-Kooperation der luxemburgischen Klimabündnis-Mitglieder wird von ASTM (Action Solidarité Tiers-Monde) koordiniert. Die Gemeinden wählen aus Projektvorschlägen von ASTM ein Projekt in Lateinamerika, Afrika oder Asien aus, das sie fördern wollen. Anknüpfend an das jeweilige Projekt, baut ASTM die Erwachsenenbildungsarbeit in der Gemeinde auf.
Aktuelle Projekte sind die “Sicherung der Landrechte der Indigenen im Regenwald von Ecuador", "Nachhaltige Entwicklung des Danyi-Plateaus in Togo" und der “Bau von Biogas-Anlagen in Indien". Weitere Themen-Schwerpunkte wie Regenwald, indigene Völker und Alltagskultur werden in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen berücksichtigt.
Kontakt: Dietmar Mierkes; ASTM
Solarradios
Die Verbesserung der Kommunikation zwischen den indigenen Gemeinden bedeutet nicht nur eine Stärkung ihrer politischen Organisationen, sondern ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Regenwaldschutz. Illegale Eingriffe von Holzfirmen oder Goldsuchern können schneller an die Behörden gemeldet werden, damit diese Gegenmaßnahmen ergreifen. Aus diesem Grund unterstützen Klima-Bündnis-Kommunen in mehreren Ländern Südamerikas den Ausbau des Kommunikationsnetzes mit solarbetriebenen Radios. Ein erstes Projekt in Venezuela hatte großen Erfolg. Daraufhin wurde in Kooperation mit der Regenwaldstiftung Oro Verde ein weiteres Projekt zur Installation von Solar-Radios in Surinam begonnen.
Kontakt: Silke Lunnebach
Auch der niederländische Klimaatverbond unterstützt seit 1997 Solarradio-Projekte in Amazonien. Nach der Förderung eines Projektes in Venezuela begann 1999 die Kooperation mit der Nationalorganisation der Indigenen in Surinam (OIS) zur Installation von Solarradios. Das Entwicklungsministerium (NCDO) unterstützte dieses Projekt und übernahm fast die Hälfte der angefallenen Kosten.
Kontakt: Linda Sjerps-Koomen
Rechtshilfefond
Immer wieder kommt es zu Übergriffen von Siedlern, Holzfirmen und Erdölunternehmen auf die indigenen Gemeinschaften. Hauptstreitpunkt ist die Missachtung der Rechte der ansässigen indigenen Völker. Regelmäßig haben die Indigenen das Nachsehen und werden sogar, oft ohne Grund und juristischen Beistand, verhaftet. Daher hat das Klima-Bündnis vor einigen Jahren einen projektunabhängigen Rechtshilfefond eingerichtet, aus dem juristische Maßnahmen indigener Organisationen finanziert werden.
Kontakt: Thomas Brose
Projekt GRÜN
Der Berliner Künstler Michael Müller hat mit dem „Projekt GRÜN“ hundert Tafelbilder von jeweils 1 mal 1 Meter geschaffen, die zusammen einen großen Bildteppich ergeben. Aus dem Verkauf der Bilder an europäische Städte, Gemeinden und Institutionen wird ein sozial-medizinisches Projekt indigener Hebammen in Brasilien unterstützt.
Kontakt: Dr. Andreas Kress
Institutionelle Förderung
Der Aufbau und die Stärkung indigener Organisationen ist ein wichtiges Instrument zur Anerkennung indigener Rechte und damit auch aktiver Regenwald- und Klimaschutz. Deshalb hat das Klima-Bündnis den Aufbau und die Weiterentwicklung verschiedener indigener Organisationen in Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela unterstützt.
Kontakt: Silke Lunnebach




